Stromkosten-Rechner · Tarif und Geräte: wo sich der Blick auf die Rechnung lohnt

Tarif und Geräte: wo sich der Blick auf die Rechnung lohnt

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Es gibt zwei Reflexe, wenn die Stromrechnung höher ausfällt als das Gefühl. Der eine heißt: Tarif wechseln. Der andere heißt: das Gerät mit der fettsten Wattzahl ersetzen. Beide können stimmen. Beide können Geld verbrennen, wenn du die Jahreskosten nicht gesehen hast. Watt mal Stunden entscheidet, nicht das Schild allein. Der Arbeitspreis entscheidet, wie teuer jede dieser Stunden wird. Der Grundpreis entscheidet, ob der Tarifwechsel die Geräte-Ersparnis auffrisst.

Unsere App Stromkosten-Rechner sortiert die Geräteliste nach Jahreskosten. Die oberste Zeile ist der lohnendste Ansatzpunkt — unter der Annahme, dass die Stunden stimmen, die du eingestellt hast. Vierzehn Vorlagen mit typischen Wattzahlen sind der Start, eigene Geräte der Rest, gespeicherte Haushalte der Vergleich zwischen Wohnung und Büro.

Drei Hebel, die sich nicht gegenseitig ersetzen

Hebel 1 — Laufzeit. Den Trockner seltener anwerfen, Wäsche auf der Leine, Licht aus, Homeoffice-Rechner herunterfahren. Kosten: null Euro Anschaffung. Wirkung: linear über den Arbeitspreis.

Hebel 2 — Gerät. Altes Kühlgerät gegen ein sparsameres, Wärmepumpen-Trockner statt reinem Heizstab, LED statt Altbestand. Kosten: Anschaffung. Wirkung: über Jahre, wenn der Unterschied in kWh die Anschaffung trägt.

Hebel 3 — Tarif. Anderer Arbeitspreis, anderer Grundpreis, anderer Bonus. Kosten: Aufwand und Bindung. Wirkung: auf *alle* Kilowattstunden plus den Fixblock, unabhängig davon, ob der Trockner neu ist.

Wer nur Hebel 3 zieht, ohne die kWh zu kennen, vergleicht Angebote im Nebel. Wer nur Hebel 2 zieht, ohne den Arbeitspreis von der Rechnung zu nehmen, rechnet die Amortisation mit der falschen Zahl. Wer nur Hebel 1 zieht, obwohl ein 15 Jahre alter Gefrierschrank im Keller steht, wäscht sich die Hände und zahlt weiter den Keller.

Warum die größte Wattzahl oft nicht die teuerste Zeile ist

Der Backofen in der Vorlage: 3000 W, eine halbe Stunde am Tag. 3000 × 0,5 × 365 / 1000 = 547,5 kWh im Jahr. Beim Beispiel-Arbeitspreis 0,35 €/kWh (Startwert der App, nicht dein Vertrag) sind das rund 192 € — *falls* du wirklich jeden Tag eine halbe Stunde backst. Viele Haushalte backen zweimal die Woche. Dann sinkt die Zeile auf ein Siebtel der Theaterwattzahl.

Der Kühlschrank in der Vorlage: 100 W, acht Stunden äquivalente Laufzeit. 100 × 8 × 365 / 1000 = 292 kWh, rund 102 € beim selben Beispielpreis. Jeden Tag. Kein „ich backe ja selten“. Deshalb landet Kühlen oft über dem Backofen, obwohl das Schild ein Dreißigstel zeigt.

Der Trockner: 2500 W, halbe Stunde am Tag in der Vorlage, 456 kWh, rund 160 € Beispiel. Das ist der nasse Posten, den viele unterschätzen, weil er nicht ständig brummt, aber heiß wird, sobald er läuft. Wärmepumpen-Trockner halbieren oft den Verbrauch je Gang — dann ändert sich die Vorlage, nicht nur die Moral.

Router: 12 W, 24 Stunden, 105 kWh, rund 37 € Beispiel. Kleine Wattzahl, volle Uhr. Wer hier „Standby“ sagt, redet falsch; wer hier die einzige Sparidee sucht, redet auch falsch, sobald ein alter Gefrierschrank danebensteht.

Die Lehre ist banal und wird trotzdem ignoriert: Jahreskosten = Leistung × Zeit × Preis. Die Anleitung dazu ist kWh-Kosten berechnen. Die App nimmt dir die Multiplikation ab und sortiert.

Wo der Blick auf die Rechnung zuerst hin soll

Auf der Jahresabrechnung, nicht im App-Store-Text:

  1. Arbeitspreis in ct/kWh — die Zahl für jedes Gerät.
  2. Grundpreis in € — die Zahl, die kein Gerät senkt.
  3. Gemessene kWh — die Wahrheit, gegen die jede Vorlagen-Summe nur eine Schätzung ist.
  4. Abschlag gegen Nachzahlung — ob die Schätzung des Versorgers zu freundlich war.

Die Zweiteilung Grundpreis/Arbeitspreis ist unter Grundpreis und Arbeitspreis erklärt. Kurz: einen Tarif nur nach Cent je kWh zu kaufen, ist bei kleinem Verbrauch oft falsch, bei Wärmepumpe oft richtig. Die App zeigt, was ein *anderer Arbeitspreis* an den Gerätezeilen ändert. Den Delta im Grundpreis rechnest du daneben.

Elektrisches Warmwasser, Nachtspeicher und Wärmepumpe stehen selten auf dem Typenschild der Küche, treiben aber den Zähler. Leg sie als eigenes Gerät an. Die vierzehn Vorlagen decken den üblichen Küchen- und Medienpark, nicht die Heizung.

Vierzehn Vorlagen, bewusst grob

Die Wattzahlen sind übliche Größenordnungen, damit du nicht bei null anfängst:

Überschreib die Stunden. Ein Single ohne Trockner streicht die Zeile. Eine Familie mit zwei Kühlschränken legt den zweiten als eigenes Gerät an. Die Vorlage ist nicht beleidigt.

Bereitschaft rechnet die App nur in den Reststunden. Warum das mehr ist als eine LED, steht unter Standby frisst Geld.

Wann sich welches Gerät wirklich lohnt zu ersetzen

Eine Anschaffung ist kein Spar-Abo. Grobe, ehrliche Fälle:

Alter Gefrierschrank im Keller. Label-Verbrauch oft ein Vielfaches eines neuen. Läuft 24 Stunden die Idee nach. Hier ist Hebel 2 klassisch: einmal messen oder Label-kWh vergleichen, Differenz mal Arbeitspreis, durch Anschaffung teilen. Bei 200 kWh Differenz und 0,35 € Beispielpreis sind das 70 €/Jahr. Ob das ein 400-Euro-Gerät in sechs Jahren trägt, rechnest du selbst — und ob der Keller die Kälte wirklich braucht.

Trockner. Jeder Gang ist teuer. Vor dem Kauf: wirklich so viele Gänge? Leine, Schleudern auf hohe Touren, volle Trommel. Danach erst die Technik (Wärmepumpe gegen Kondens). Die Vorlage mit 0,5 h/Tag ist ein Vielnutzer.

Fernseher. Der Betrieb von 100 W über vier Stunden ist beim Beispielpreis rund 51 €, Standby 0,5 W rund 1 €. Ein neues Gerät mit 60 W spart Betrieb, nicht die Welt. Hier sticht oft die Leiste (Hebel 1), nicht der 55-Zoll-Kauf.

Kaffeemaschine. Der Boil-Block ist kurz und heiß, die Bereitschaft lang und lau. Wer drei Kannen am Tag kocht, zahlt den Betrieb. Wer die Maschine den ganzen Tag warm hält, zahlt die Uhr.

Klimagerät. Drei Stunden an 365 Tagen in der Vorlage sind 1 643 kWh — beim Beispielpreis eine Hausnummer, die nur stimmt, wenn du wirklich so klimatisierst. In deutschen Wohnungen ist die Saison oft ein Vierteljahr. Dann durch vier.

Messgeräte und Energielabel schlagen Vorlagen, sobald Geld für Ersatz auf dem Tisch liegt. Die App sagt dir die Reihenfolge der Verdächtigen, nicht den Kaufvertrag.

Tarifwechsel, ehrlich begrenzt

Die App ist kein Vergleichsportal. Sie zeigt: wenn sich nur der Arbeitspreis ändert, um wie viel die Summe der Gerätezeilen sinkt oder steigt. Sie zeigt nicht Lieferanten, nicht Boni, nicht ob der neue Grundpreis den Gewinn frisst.

In der Praxis übernimmt der neue Anbieter oft die Kündigung. Physikalisch ändert sich nichts am Kabel. Worauf Verträge trotzdem beißen: Laufzeit, Preisgarantie, Bonus nur im ersten Jahr, ob du aus der Grundversorgung kommst (kurze Frist) oder aus einem Sondervertrag (längere). Das gehört aufs Papier des Anbieters und auf Seiten wie die der Verbraucherzentrale, nicht in eine Geräteliste.

Ein zweiter Arbeitspreis zum Durchspielen lohnt sich trotzdem. Du siehst, ob 3 Cent Differenz bei *deinem* Park 15 Euro oder 120 Euro sind. Unter 20 Euro im Jahr ist der Papierkram oft teurer als die Cent. Über 100 Euro wird aus dem Reflex eine Rechnung.

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Haushalte speichern, statt alles neu anzuklicken

Wohnung, Büro, WG-Zimmer: verschiedene Parks, oft verschiedene Preise (Büro kann ein Gewerbetarif sein). In der App speicherst du den Haushalt mit Arbeitspreis und Geräteliste und lädst ihn wieder. Das ist der Grund, die App ein zweites Mal zu öffnen. Ohne Speicher wird aus der Aufschlüsselung eine einmalige Spielerei, die du nicht gegen den nächsten Abschlag hältst.

Die Summe der Vorlagen ist eine Schätzung. Der Zähler kennt die Umwälzpumpe, die du vergessen hast. Zwei Ablesungen mit Abstand von Wochen ergeben einen Tagesverbrauch; den kannst du aufs Jahr hochrechnen und neben die App-Summe legen. Weicht er stark ab, fehlt ein Dauerläufer oder die Stunden sind Wunschdenken.

Was sich auf der Rechnung lohnt — eine Reihenfolge

  1. Arbeitspreis von der Abrechnung in die App.
  2. Geräte anlegen, Stunden korrigieren, nach Jahreskosten sortieren lassen.
  3. Oberste Zeile: Laufzeit drücken, wenn es weh tut ohne Komfortverlust (Trockner, Standby-Leiste).
  4. Zweite Prüfung: altes Dauergerät messen, erst dann ersetzen.
  5. Tarif: beiden Zahlen (Grundpreis und Arbeitspreis) gegen den Jahresverbrauch halten, Bonus ab Jahr zwei streichen.
  6. Abschlag anpassen, wenn Messung und Vorauszahlung dauerhaft auseinanderlaufen.

Kurzantworten zu kWh, Preis und Vorlagen stehen in der FAQ. Welches Gerät in der Logik der Vorlagen vorn liegt, ist im Beitrag Welches Gerät frisst Strom durchgerechnet.

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