Stromkosten-Rechner · Standby frisst Geld: Bereitschaft getrennt rechnen
Standby frisst Geld: Bereitschaft getrennt rechnen
Stromkosten-Rechner im App Store ladenEin halbes Watt klingt nach nichts. Zwanzig Stunden am Tag, dreihundertfünfundsechzig Tage, mehrere Geräte — und aus dem Nichts wird ein Posten, den du auf der Rechnung nicht als Zeile siehst. Bereitschaft ist kein Defekt. Es ist ein zweiter Betriebszustand. Wer ihn in dieselbe Spalte wie den Betrieb schreibt, unterschätzt die Uhr und überschätzt die Wattzahl auf dem Schild.
Unsere App Stromkosten-Rechner weist den Bereitschaftsbetrieb getrennt aus. Die 14 Vorlagen tragen Standby nur dort, wo er üblich ist: Fernseher, Spielkonsole, Computer, Kaffeemaschine. Router und Kühlschrank laufen bewusst durch. Die Trennung ist die ganze Pointe.
Was Standby ist — und was nicht
Standby ist der Zustand, in dem das Gerät seine eigentliche Arbeit nicht tut, aber am Netz bleibt: LED an, Infrarot wach, Netzteil warm, manchmal ein Stück Software im RAM. Die Fernbedienung schaltet auf Bereitschaft, der Schalter an der Leiste schaltet wirklich aus.
Daneben gibt es Dauerläufer. Der Kühlschrank kühlt. Der Router reicht WLAN durch. Die Umwälzpumpe im Keller, wenn sie läuft, ist Heizung, kein Standby. Wer diese Geräte „ausschaltet, um Standby zu sparen“, spart nicht Bereitschaft, sondern die Funktion.
Ein dritter Zustand nervt in der Praxis mehr als der klassische Standby: Schein-aus. Alte Receiver, mancher Drucker, manche Konsole im Instant-On ziehen deutlich mehr als das halbe Watt der Ökodesign-Generation, obwohl niemand etwas sieht. Das Typenschild hilft hier wenig. Ein Messgerät zwischen Stecker und Dose hilft.
Die Formel nur für die Stunden, in denen niemand zuschaut
Betrieb und Bereitschaft teilen sich den Tag. Läuft der Fernseher vier Stunden, bleiben zwanzig Stunden fürs Warten. Die App rechnet:
Standby-kWh/Jahr = Standby-Watt / 1000 × (24 − Betriebsstunden) × 365
Dann mal Arbeitspreis. Denselben Preis wie beim Betrieb, denn es sind dieselben Kilowattstunden auf dem Zähler. Den Grundpreis rührst du nicht ein — der ändert sich nicht, wenn die LED ausgeht. Warum die Rechnung zweigeteilt ist, steht unter Grundpreis und Arbeitspreis.
Beispiel, wieder mit 0,35 €/kWh als Rechenpreis, nicht als dein Tarif. Fernseher-Vorlage: 0,5 W Bereitschaft, 4 h Betrieb.
0,5 / 1000 × 20 × 365 = 3,65 kWh
3,65 × 0,35 ≈ 1,28 € im Jahr.
Allein lächerlich. Zusammen mit Konsole, Rechner, Kaffeemaschine und einem alten Drucker nicht mehr. Deshalb trennt die App die Spalte: du siehst den Stapel, ohne den Betrieb zu verfälschen.
Ein zweites Beispiel aus der Vorlage Kaffeemaschine: 1 W, 0,3 h Betrieb, also 23,7 h Warten.
1 / 1000 × 23,7 × 365 ≈ 8,65 kWh ≈ 3,03 € beim Beispielpreis.
Die Maschine hält den Kessel oder die Elektronik warm. Ob du das willst, ist Geschmack. Ob du es bezahlst, ist Arithmetik.
Die allgemeine Geräteformel für den *Betrieb* bleibt P(W) × h × Tage × Preis / 1000. Details und das Fernseher-Betriebsbeispiel stehen in der Anleitung kWh-Kosten berechnen.
Welche Vorlagen Standby mitbringen
Von den vierzehn Vorlagen tragen vier eine Bereitschaft:
| Gerät | Betrieb | Standby in der Vorlage | Reststunden |
|---|---|---|---|
| Fernseher | 100 W, 4 h | 0,5 W | 20 h |
| Spielkonsole | 150 W, 2 h | 1 W | 22 h |
| Computer | 200 W, 6 h | 2 W | 18 h |
| Kaffeemaschine | 1000 W, 0,3 h | 1 W | 23,7 h |
Das sind typische Größenordnungen moderner und halbmoderner Geräte, keine Messung an deinem Modell. Ein älterer Fernseher mit Schnellstart kann ein Vielfaches von 0,5 Watt ziehen. Eine Konsole, die Updates nachts laden soll, bleibt bewusst wach — dann ist „Standby“ ein kleiner Server, kein Schlaf.
Die anderen zehn Vorlagen haben in der App 0 W Bereitschaft. Beim Router wäre eine Standby-Spalte die falsche Geschichte: 12 W über 24 Stunden sind Dauerbetrieb, rund 105 kWh im Jahr, beim Beispielpreis knapp 37 €. Das ist der Preis fürs Netz im Haus, kein vergessenes Lämpchen.
Warum die kleinen Zahlen sich trotzdem lohnen
Ratgeber beziffern den Anteil der Bereitschaft am Haushaltsstrom oft irgendwo im Bereich von etwa einem Zehntel, manchmal als Spanne bis rund ein Fünftel. Die Zahlen hängen am Gerätepark und am, was jemand noch „Standby“ nennt. Eine präzise Prozentzahl für *deinen* Haushalt gibt es nur, wenn du misst oder die Geräte durchrechnest. Die Richtung stimmt: Zeit schlägt Watt, sobald die Stunden gegen 24 gehen.
Faustregel ohne amtlichen Preis: jedes Watt, das 24 Stunden läuft, sind 8,76 kWh im Jahr (1 × 24 × 365 / 1000). Mal deinen Arbeitspreis. Bei 0,30 €/kWh wären das 2,63 € je Watt und Jahr, bei 0,40 € schon 3,50 €. Deshalb lohnt sich die getrennte Spalte, auch wenn die einzelne LED lächerlich wirkt.
Was sich selten lohnt: den Kühlschrank aus der Leiste zu reißen. Was sich oft lohnt: die Leiste hinter Fernseher, Konsole, Soundbar und Receiver. Was sich lohnt zu prüfen: der Rechner, der „schläft“ und trotzdem 8 Watt zieht, und der Drucker, der nie in den tiefen Schlaf findet.
Funksteckdosen, die selbst ein Watt brauchen, fressen einen Teil der Ersparnis, wenn du zwölf Stück für Geräte mit echtem 0,5-Watt-Standby verteilst. Eine schaltbare Leiste an einem Medienpark ist meist die bessere Physik.
Messen schlägt Schätzen — besonders hier
Beim Wasserkocher liegt das Schild nah an der Wahrheit. Beim Standby lügt das Gefühl. Das Netzteil ist warm, die Uhr leuchtet, und niemand weiß, ob das 0,3 oder 7 Watt sind. Ein einfaches Messgerät zeigt die Aufnahme im wartenden Zustand. Drei Nächte reichen oft. Den Wert trägst du in der App als eigenes Gerät ein oder überschreibst die Vorlage.
Zwei Ablesungen am Hauszähler, einmal vor dem Urlaub und einmal danach, mit möglichst vielem wirklich Aus, zeigen die Grundlast der Wohnung. Das ist mehr als Standby: Kühlschrank, Router, Heizungspumpe, Alarmanlage. Trotzdem siehst du, ob „alles aus“ bei dir 40 Watt oder 180 Watt sind. Die App kann das nicht riechen. Der Zähler kann es.
Was du abschalten kannst, ohne den Haushalt zu zerlegen
Praktisch, ohne Moralpredigt:
- Medienpark (TV, Konsole, Receiver, Soundbar) an eine schaltbare Leiste. Ein Schalter, viele Reststunden.
- Kaffeemaschine nach dem Frühstück aus, wenn du keinen zweiten Kaffee aus dem Warmhaltetrick brauchst.
- Rechner auf Herunterfahren statt Dauer-Schlaf, wenn er nachts nicht rechnen muss. Instant-On der Konsole nur, wenn du den Nutzen willst.
- Drucker aus, wenn er nicht jeden Morgen eine Seite spuckt.
- Router anlassen, wenn Telefon, Smart Home oder Homeoffice daran hängen. Hier gewinnt die Funktion.
Nicht anfassen als Sparprojekt: Kühl- und Gefriergeräte, medizinische Geräte, Alarme, Heizungspumpen im frostgefährdeten Haus.
Die Jahreskosten-Sortierung in der App zeigt danach, ob der Standby-Stapel überhaupt in die Top-Zeilen rutscht. In vielen Haushalten liegen Trockner, altes Kühlgerät und elektrisches Warmwasser weiter oben. Dann ist Bereitschaft nicht der Hebel Nummer eins — aber sie ist der Hebel, den du ohne Anschaffung umlegen kannst. Wo sich der Blick auf Tarif versus Gerät lohnt, steht unter Tarif und Geräte.
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Was die App genau tut
Du stellst Betriebsstunden je Gerät ein, höchstens 24. Alles darüber klemmt die Rechnung auf 24 und setzt Standby auf null — ein Gerät, das den ganzen Tag arbeitet, hat keine Reststunden. Unter 24 Stunden multipliziert die App die hinterlegte Bereitschaftsleistung mit der Differenz. In der Übersicht siehst du Jahreskosten, und du siehst den Standby-Anteil extra. Haushalte speicherst du, wenn Wohnung und Büro verschiedene Parks haben: im Büro oft mehr Rechner-Schein-aus, in der Wohnung mehr TV-Leiste.
Die Werte bleiben auf dem iPhone. Es gibt keine Cloud, die deinen Trockner kennt.
Offene Fragen (kW gegen kWh, welchen Preis du einsetzt, ob der Grundpreis in die Gerätezeile gehört) beantwortet die FAQ. Die lange Stapelrechnung über ein Jahr steht im Beitrag Standby-Kosten im Jahr.
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