Stromkosten-Rechner · Blog · Welches Gerät frisst Strom? Watt mal Stunden, nicht das Label

Welches Gerät frisst Strom? Watt mal Stunden, nicht das Label

Stromkosten-Rechner im App Store laden

Die Frage klingt nach einer Rangliste, die jemand für Deutschland geführt hat. Eine solche Liste lügt, sobald dein Haushalt nicht der Durchschnitt ist. Was bleibt, ist eine Methode: Jahreskosten aus Leistung, Zeit und Arbeitspreis, dann sortieren. Wer so sortiert, sieht oft den Kühlschrank über dem Backofen und den Trockner über dem Fernseher — nicht weil die Wattzahlen so sagen, sondern weil die Stunden so sagen.

Unsere App Stromkosten-Rechner macht genau diese Sortierung. Vierzehn Vorlagen mit typischen Wattzahlen, Stunden zum Korrigieren, Bereitschaft extra, Haushalte speicherbar. Dieser Text rechnet die Vorlagen einmal durch, mit allen Warnungen, die dazu gehören. Die Kurz-Hebel stehen unter Tarif und Geräte. Die Formel im Detail unter kWh-Kosten berechnen.

Die einzige Rangliste, die eine Aussage hat

Euro/Jahr = P(W) × h/Tag × 365 × Arbeitspreis / 1000 + Standby-Teil

Standby-Teil = P_standby / 1000 × (24 − h) × 365 × Arbeitspreis, falls Bereitschaft hinterlegt ist.

Arbeitspreis in den Tabellen: 0,35 €/kWh, Startwert der App, Rechenbeispiel. Nicht dein Vertrag. Haushalts-Arbeitspreise liegen typischerweise bei einigen Dutzend Cent je kWh, oft grob zwischen etwa 25 und 40 Cent. Faktor 0,30 statt 0,35 skaliert jede Euro-Spalte mit 30/35. Die *Reihenfolge* der Geräte ändert sich dadurch nicht, solange alle Zeilen denselben Preis tragen. Die Reihenfolge ändert sich, sobald die Stunden sich ändern.

Deshalb ist jede Tabelle „so viel verbraucht ein Trockner in Deutschland“ nur so gut wie das Nutzungsprofil dahinter. Drei Gänge die Woche oder sieben, Wärmepumpe oder Heizstab, volle oder halbe Trommel.

Die 14 Vorlagen, durchgerechnet

Stunden und Watt wie in der App. Standby wie in der App. Preis 0,35 € nur zum Nachrechnen.

Rang (Vorlage)GerätWh/TagStandby WkWh BetriebkWh Standby€/Jahr
1Klimagerät1500301642,50574,88
2Geschirrspüler180010657,00229,95
3Backofen30000,50547,50191,63
4Trockner25000,50456,30159,69
5Computer20062438,013,1157,90
6Gefriertruhe15080438,00153,30
7Waschmaschine20000,50365,00127,75
8Kühlschrank10080292,00102,20
9Fernseher10040,5146,03,752,38
10Wasserkocher20000,20146,0051,10
11Kaffeemaschine10000,31109,58,741,35
12Spielkonsole15021109,58,041,13
13Beleuchtung LED6050109,5038,33
14Router12240105,1036,79

Lesen, bevor der Screenshot in die Familiengruppe wandert:

Das Klimagerät gewinnt nur, weil die Vorlage drei Stunden an 365 Tagen unterstellt. In einer Wohnung ohne Gerät ist der Rang 1 unsichtbar. In einem Hitzesommer mit acht Stunden an 80 Tagen ist die Rechnung 1500 × 8 × 80 / 1000 = 960 kWh, nicht 1642. Saison ist kein Bug der Formel, sie ist die Stunde, die du einstellst.

Der Geschirrspüler mit einer Stunde jeden Tag ist ein Haushalt, der die Maschine durchlaufen lässt, nicht einer, der dreimal die Woche spült. 3 Gänge à 1 h sind 3/7 h/Tag und damit rund 43 % der Tabellenzeile.

Der Backofen auf Platz 3 ist der größte Betrug des Typenschilds, falls du nicht täglich backst. Zweimal 45 Minuten die Woche: 1,5 h / 7 ≈ 0,21 h/Tag, rund 40 % der Vorlage, und der Rang rutscht nach hinten.

Computer mit sechs Stunden und 200 W ist ein Desktop-Arbeitstag, kein MacBook mit 20 W. Wechsle die Wattzahl, wechsle den Rang. Die 2 W Bereitschaft sind in der Summe sichtbar (13 kWh), aber nicht rangentscheidend.

Gefriertruhe und Kühlschrank nutzen acht Stunden als Takt-Näherung, nicht als „das Gerät ist 16 Stunden aus“. Der Kompressor läuft in Zyklen. Ein altes Gerät kann über dem Tabellenwert liegen, ein neues A-Label darunter. Energielabel in kWh/Jahr schlägt hier die Watt-Formel, sobald du Ersatz planst.

Router und LED sind klein in der Vorlage und oft ehrlich klein. Sie gewinnen die Rangliste fast nie. Sie gewinnen die Diskussion, weil sie ständig da sind. Ständig da sein ist die Bedingung, nicht die hinreichende.

Was Versorger-Tabellen anders sortieren

Öffentliche Ratgeber listen häufig Elektroherd, alte Heizungspumpe, Gefrierschrank, Trockner, Kühlschrank weit oben. Das passt zur Methode, nicht zwingend zur Vorlage. Der Herd fehlt in den vierzehn Zeilen — leg ihn als eigenes Gerät an, 2000 W, Stunden nach Kochalltag. Die Heizungspumpe fehlt ebenfalls; 50 W über 24 Stunden wären 438 kWh, in der Liga der Gefriertruhe, ohne dass irgendwer „kochte“.

Alte Pumpen mit 80 W dauernd sind 700 kWh-Klasse. Dann ist das teuerste Gerät im Haus keines, das in der Küche steht, und keine App-Vorlage der Welt rät dir das, bis du die Pumpe einträgst. Die ehrlichste Antwort auf „welches Gerät frisst Strom?“ ist deshalb oft: das, das du nicht auf der Liste hattest.

Elektrisches Warmwasser (Durchlauferhitzer, Boiler) spielt in derselben unsichtbaren Liga. Eine Dusche über Strom kann den Trockner täglich schlagen. Wieder: eigenes Gerät, eigene Stunden, eigene Messung.

Dauerläufer gegen Kurzläufer — die Intuition, die stimmt

Zwei Familien von Stromfressern:

Heiß und kurz: Waschen, Trocknen, Spülen, Backen, Kochen, Wasserkocher, Bügeleisen, Haarfohn. Hohe Wattzahl, begrenzte Minuten. Hebel ist die Häufigkeit und die Technik je Gang (Temperatur, Schleudern, Wärmepumpe, volle Maschine).

Lau und lang: Kühlen, Gefrieren, Router, NAS, Pumpe, Aquarium, Beleuchtung, mancher Rechner. Niedrige bis mittlere Wattzahl, viele Stunden. Hebel ist Effizienz des Dauergeräts und ob es überhaupt laufen muss.

Heiß und lang: Klima, Heizlüfter, elektrischer Heizstab, Sauna. Die Vorlage Klima ist genau diese Familie. Hier entscheidet die Saison brutal.

Standby ist eine vierte Familie: fast nichts mal fast immer. Im Beitrag Standby-Kosten im Jahr ist der Stapel gerechnet. In der Vorlagen-Rangliste oben verschiebt Standby keinen Platz um mehr als Nuancen, weil die hinterlegten Werte klein und modern sind. Im alten Medienpark verschiebt er Plätze.

Typenschild, Label, Messgerät — was wann gilt

Typenschild in Watt. Gut für Wasserkocher, Föhn, Heizlüfter, solange sie ziehen. Schlecht als Jahreswert für alles, was taktet oder regelt.

Energielabel in kWh/Jahr. Gut für Kühl- und Gefriergeräte, Waschmaschine, Spüler, Trockner, weil ein genormtes Profil hinter der Zahl steht. Schlecht, wenn dein Profil wild vom Normprofil abweicht (Wohn-WG mit drei Spülgängen täglich, oder Single mit einem Gang die Woche).

Messgerät. Gut, wenn Geld auf dem Spiel steht oder das Gefühl und das Schild streiten. Ein paar Tage Kühlschrank, ein Gang Trockner, eine Nacht Schein-aus.

Vorlage. Gut, um die Reihenfolge der Verdächtigen zu sehen, bevor du misst. Schlecht als Beweis gegenüber der Versicherung, dem Vermieter oder dem Partner.

Die App erlaubt alle drei: Vorlage wählen, Watt überschreiben, eigenes Gerät mit gemessenen Watt anlegen.

Ein Haushalt, drei korrigierte Stunden, neue Ränge

Nimm die Tabelle und ändere nur, was viele Haushalte wirklich tun. Kein Klima. Geschirrspüler drei Stunden die Woche (3/7 h). Backofen 0,15 h/Tag. Trockner zwei Stunden die Woche (2/7 h). Computer 3 h, TV 2 h. Rest wie Vorlage. Preis weiter 0,35 €.

Grobe neue Euro-Beträge (Betrieb, Standby wo vorgesehen):

Ohne Klima und mit gemäßigten Gängen rücken Gefrieren, Waschen, Spülen, Trocknen, Kühlschrank nach vorn. Der Backofen verliert seinen Theaterrang. Der Router bleibt hinten, aber er bleibt. Das ist die Rangliste, die zu einem normalen Haushalt ohne Stromwärme oft besser passt — immer noch eine Schätzung, immer noch deine Stunden, die entscheiden.

Genau deshalb fragt die App nach Stunden, statt eine nationale Liste festzunageln.

Wann sich Ersatz lohnt, wann nur die Stunde

Ersatz prüfen (Hebel Gerät): altes Kühl- oder Gefriergerät, dessen Label oder Messung weit über einem neuen Modell liegt; Heizstab-Trockner bei vielen Gängen; ineffiziente Pumpe; Dauer-Desktop, wo ein Laptop reicht.

Stunden prüfen (Hebel Nutzung): Trockner, Spüler, Backofen, Klima, Gaming-PC, zweiter Kühlschrank im Keller der nur Getränke kühlt, die auch im Treppenhaus stünden.

Tarif prüfen (Hebel Preis): wenn die Summe der kWh groß ist. 3 Cent weniger auf 3 500 kWh sind 105 €, auf 1 200 kWh 36 € — plus oder minus Grundpreis. Die App skaliert die Gerätezeilen mit dem neuen Arbeitspreis. Den Fixblock rechnest du nach Grundpreis und Arbeitspreis.

Leiste prüfen (Hebel Standby): Medienpark, nicht der Kühlschrank. Wirkung groß im alten Park, klein im neuen, Physik dieselbe.

Eine Anschaffung ohne kWh-Differenz mal Arbeitspreis ist Hoffnung. Hoffnung ist erlaubt. Als Rechnung ist sie unvollständig.

Was die App nicht weiß — und du schon

Sie kennt nicht den Keller. Sie kennt nicht das Aquarium. Sie kennt nicht den E-Scooter, der nachts lädt, und nicht die Wallbox. Sie kennt nicht, dass der „Kühlschrank 100 W / 8 h“ bei dir ein 20-Jahre-Modell mit 40 W Mittelwert über 24 Stunden ist (das wären 350 kWh, nicht 292). Sie kennt deinen Arbeitspreis nur, wenn du ihn eintippst.

Deshalb: Vorlagen anlegen, Stunden ehrlich machen, fehlende Dauerläufer als eigene Geräte, Preis von der Abrechnung, nach Jahreskosten sortieren, oberste Zeile zuerst. Die Summe neben zwei Zählerablesungen halten. Weicht sie stark ab, fehlt ein Eimer.

Haushalte speichern, wenn Wohnung und Büro verschiedene Ranglisten haben. Im Büro gewinnt oft der Rechner. In der Wohnung oft die nasse Wärme plus Kühlen. Derselbe Mensch, zwei Parks, zwei Antworten auf dieselbe Frage.

Stromkosten-Rechner im App Store laden

Kurze Antworten auf die Rangliste, die niemand bestellt hat

Ist der Trockner immer Platz 1? Nein. Ohne Trockner nicht. Mit Wärmepumpe und wenigen Gängen oft nicht. Mit Heizstab und Alltagswäsche oft ja, sobald Klima und Stromwärme fehlen.

Ist der Kühlschrank harmlos, weil neu? Neu ist besser als 1998. Harmlos ist er nicht, weil er nicht urlaubt. Die acht Stunden der Vorlage sind schon die harmlose Lesart.

Ist 3000 W Backofen der Fresser? Nur wenn er so oft an ist, wie das Gefühl es leugnet. Sonst ist er Theaterwatt.

Zählt Licht noch? LED-60-W-Vorlage über fünf Stunden ist 38 € Beispiel. Alte Halogenflächen waren ein anderes Jahrzehnt. Wer noch welche hat, legt sie als eigenes Gerät mit echten Watt an — dann kann Licht einen Rang gewinnen.

Zählt Standby? Im modernen Vorlagen-Park kaum rangentscheidend. Im alten Medienpark ja, siehe den Stapel im Standby-Jahresbeitrag. Getrennt rechnen, nicht in die Betriebs-Watt mischen.

Wo die Methode aufhört

Die Methode hört auf, wo Politik und Vertrag anfangen: ob dein Arbeitspreis fair ist, ob der Grundpreis den Wechsel frisst, ob ein Bonus das erste Jahr schönt. Dafür die Rechnung, die Behörde, die Verbraucherzentrale. Die Methode hört auch auf, wo Sicherheit anfängt: medizinische Geräte, Frostschutz, Alarme bleiben am Netz.

Was bleibt, ist unaufgeregt: P(W) × h × Tage × Preis / 1000, Standby auf den Reststunden, sortieren, oberste Zeile anfassen. Vierzehn Vorlagen, damit du nicht bei null startest. Deine Stunden, dein Preis, dein Zähler als Korrektur. Die FAQ sammelt die Einzelfragen, die beim Tippen in die App auftauchen.

Stromkosten-Rechner im App Store laden