Kreditrechner · Excel versus Kredit-App für Ratenkredit und Baufinanzierung
Excel versus Kredit-App für Ratenkredit und Bau
Kreditrechner im App Store ladenVor einem Ratenkredit oder einer Baufinanzierung wollen viele selbst rechnen — ohne Vergleichsportal, ohne Rückruf, ohne E-Mail-Adresse. Zwei Werkzeuge liegen nahe: eine Tabellenkalkulation und eine Kredit-App auf dem Telefon. Beide können eine Annuität. Sie unterscheiden sich darin, welche Fehler sie verhindern und was nach der Rate noch sichtbar ist.
Das hier ist ein ehrlicher Vergleich, kein Testsieg. Die iPhone-App Kreditrechner ist unser Produkt (BRUNIQO). Excel und Numbers sind mächtige Werkzeuge. Wer Formeln beherrscht, kommt weit. Wer am Beratungstermin die Restschuld nach zehn Jahren Zinsbindung braucht, oft nicht.
Keine Finanzierungsberatung. Keine Downloadzahlen, keine Sterne. Nur der Job: Rate, Tilgungsplan, Restschuld, Warnung.
Was beide rechnen können
Die Mathematik ist öffentlich. Baufinanzierung: Rate = Darlehen × (Sollzins + Anfangstilgung) / 1.200. Ratenkredit mit fester Laufzeit: klassische Annuität über den Monatszins. Fortschreiben: Zins auf Restschuld, Rest tilgt, neue Restschuld. Das steht Schritt für Schritt unter Annuität selbst rechnen.
In deutscher Excel-Oberfläche heißen die Bausteine anders als in englischen Anleitungen:
- RMZ — regelmäßig gleichbleibende Zahlung (englisch PMT)
- ZINSZ — Zinsanteil einer Periode (IPMT)
- KAPZ — Tilgungsanteil einer Periode (PPMT)
- ZW / BW — Zukunfts- und Barwert, für andere Fragen
Ein hypothetisches Baufi-Modell 300.000 €, 3,50 %, 2 % Tilgung ergibt 1.375 € Rate — in Excel wie in der App, wenn beide denselben Monatszins und dieselbe nachschüssige Logik nutzen. Die erste Rate zerlegt sich in 875 € Zins und 500 € Tilgung. Nach zehn Jahren bleiben in diesem Modell rund 228.284 € Restschuld. Wer das in Excel nachbaut, braucht nicht nur RMZ, sondern 120 Zeilen Fortschreibung oder eine saubere ZW-Konstruktion auf die Restlaufzeit.
Wo Excel stark ist
Excel gewinnt, wenn du viele Szenarien nebeneinander legen willst: drei Tilgungssätze, zwei Bindungsdauern, eine Spalte mit und ohne Sondertilgung, ein Diagramm nach eigenem Geschmack, Makros, Export in die Steuer-Mappe. Du bestimmst jede Spalte. Du kannst Notar, Grunderwerb und Puffer neben der Annuität modellieren, ohne dass eine App diese Felder anbietet.
Excel gewinnt auch, wenn die Rechnung Teil eines größeren Haushaltsmodells ist — Miete gegen Last, zwei Gehälter, Bonus im Dezember als Sondertilgung. Eine Kredit-App isoliert den Kapitaldienst bewusst. Sie ist kein Haushaltsbuch.
Und Excel ist schon da. Kein Store, kein Konto. Für Menschen, die sowieso in Tabellen leben, ist die Hürde niedrig — bis die erste Formel den Jahreszins an die falsche Stelle setzt.
Wo Excel regelmäßig bricht
Der klassische Fehler: Jahreszins durch 12 als Prozentzahl in RMZ falsch übergeben, oder 3,5 % statt 3,5 %/12. Dann ist die Rate Schrott, und der Tilgungsplan sieht trotzdem ordentlich aus, weil er aus der falschen Rate folgt.
Zweiter Fehler: die Praktikerformel für die Rate nutzen, dann aber die Laufzeit mit der geschlossenen Annuität gegenrechnen, ohne zu merken, dass 2 % Anfangstilgung plus 3,5 % Zins nicht 30 Jahre garantieren. In dem hypothetischen Modell oben sind es rund 29 Jahre, bei 1 % Tilgung eher über 40. Excel sagt dazu nichts, wenn niemand die Spalte „letzte Restschuld > 0?“ baut.
Dritter Fehler, der in Angebots-Gesprächen weh tut: keine Warnung, wenn die Rate den Zins nicht deckt. 100.000 € zu 10 %, Rate 400 € — Monatszins rund 833 €. Eine naiv fortgeschriebene Tabelle zeigt wachsende Schuld. Eine schlecht gebaute RMZ-Zelle liefert trotzdem eine „Laufzeit“. Unsere App verweigert genau das und zeigt den Satz, dass die Rate nicht einmal die Zinsen deckt. Details in der FAQ.
Vierter Fehler: Restschuld nach der Zinsbindung fehlt. Viele Vorlagen tilgen gedanklich bis null. Immobilienkredite tun das in der Bindung fast nie. Die relevante Zahl nach 10 Jahren ist in dem Beispiel 228.284 €, nicht 0 €. Ohne diese Zeile planst du den Anschluss nicht.
Fünfter Fehler: Rundung und der letzte Cent. Banken rechnen kaufmännisch auf Cent, oft mit festem Zinsanteil-Schnitt. Excel mit 15 Nachkommastellen lässt am Ende 0,004 € stehen und hängt einen Geistermonat an. Der Rechenkern der App bricht bei einem halben Cent ab — bewusst, damit der Plan nicht überläuft.
Vergleichsportale sind die dritte Option — und ein anderer Job
Check24, Verivox und Bankrechner wollen oft Kontaktdaten, um Angebote zu vermitteln. Das kann der richtige nächste Schritt sein, wenn du wirklich ein Darlehen suchst. Es ist nicht derselbe Job wie „ich will die 1.375 € und die 228.284 € vorher verstehen“. Der Kreditrechner erfasst außer der Eingabe keine Adresse, ruft nicht zurück, vergleicht keine Banken. Er vergleicht zwei von dir gespeicherte Angebote (Zinskosten über die Laufzeit, nicht nur die Rate) — das ist ein Taschenrechner mit Gedächtnis, keine Leadstrecke.
Wer beides braucht, kann beides nutzen: erst Modell, dann Markt. Nicht umgekehrt die Telefonnummer für eine Rechnung, die auf dem Gerät gehen würde.
Was die Kredit-App bewusst weglässt — und was sie extra hat
Unsere App rechnet zwei Modi: Ratenkredit mit fester Laufzeit oder Baufinanzierung mit Sollzins, Anfangstilgung und Zinsbindung. Sie zeigt Rate, Laufzeit, Zinskosten, Restschuld nach der Bindung, den Tilgungsanteil gegen den Zinsanteil Monat für Monat, CSV, Sondertilgungseffekt, Umschuldung mit Einmalkosten gegen Zinsvorteil, ein Widget mit Rate und Restschuld.
Sie rechnet nicht den Effektivzins aus Gebühren zusammen, nicht die Schufa, nicht Förderungen, nicht Kaufnebenkosten als Pflichtfeld. Wer das in Excel pflegt, soll es dort lassen. Die App sagt im Ratgeber, dass Nebenkosten (grob je nach Bundesland ein hoher einstelliger bis niedriger zweistelliger Prozentsatz des Kaufpreises) fehlen. Das ist ehrlicher als ein Feld, das Leute mit 3,5 % Grunderwerb in Bayern und 6,5 % anderswo in dieselbe Zelle zwingt, ohne Hinweis.
Am Telefon, in der Filiale, auf der Baustelle: die App ist da, die große Tabelle oft nicht. Das ist kein Qualitätsargument gegen Excel, sondern der Grund, warum eine native Rechnung existiert.
Mini-Check: welche Frage hast du gerade?
„Was kostet 15.000 € über 48 Monate bei 6,90 %?“ (hypothetisch) — beide Wege. App in Sekunden, Excel mit RMZ ebenfalls, wenn *i* stimmt. Rate in dem Modell 358,50 €, Gesamtzins rund 2.208 €.
„Was bleibt nach 10 Jahren Zinsbindung von 300.000 € bei 3,50 % und 2 % Tilgung?“ — App als eigene Kennzahl. Excel nur mit Plan. Antwort im Modell: rund 228.284 €, nicht „ungefähr ein Drittel weg und gut“.
„Lohnt 3 % Tilgung gegen 2 %?“ — in dem Modell 1.625 € statt 1.375 € Rate, nach 10 Jahren rund 192.426 € statt 228.284 € Rest, Laufzeit 266 statt 348 Monate. In Excel eine zweite Spalte. In der App zwei gespeicherte Angebote.
„Die Wunschrate liegt unter dem Zins.“ — App: Warnung, keine Laufzeit. Excel: nur wenn du den Test baust.
„Ich will Notar, Makler, Puffer, zwei Konten, Bonus.“ — Excel. Die App nicht verbiegen.
Kreditrechner im App Store laden — nachdem die Suchfrage (Tabelle oder Telefon?) beantwortet ist.
Mittelweg, der oft reicht
Viele brauchen keine 40-Spalten-Mappe. Sie brauchen die erste Rate, den Zinsanteil von Monat 1, die Restschuld nach der Bindung und eine Warnung bei Unterdeckung. Genau das ist der Kern des Kreditrechners. Excel bleibt das Labor. Die Bank bleibt der Vertrag.
Wenn du die Formel einmal selbst gegangen bist, siehst du, ob eine App dasselbe Modell rechnet oder still eine Laufzeit erfindet. Zweiteres solltest du nicht installieren. Planungshilfe, Modellrechnung, Daten auf dem Gerät. Tiefe zur Bindung: Rate und Restschuld nach der Zinsbindung. Lange Einordnung: Annuität verstehen.
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