GrowRoadmap · EC und Nährstoffe Woche für Woche im Homegrow dosieren

EC und Nährstoffe Woche für Woche

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EC (elektrische Leitfähigkeit) misst, wie viele gelöste Salze im Wasser sind — Dünger, aber auch Härte aus der Leitung. Wer „nach Milliliter auf der Flasche“ gießt, ohne EC zu kennen, dosiert die Marketingseite, nicht die Pflanze. GrowRoadmap ist unser Wochenplaner für den legalen Homegrow: die PDF enthält EC- und Nährstoffziele pro Woche, abgestimmt auf Setup und — wenn du ein Set angibst — auf den Herstellerrahmen, nicht auf einen Shop-Warenkorb.

Dieser Text ist ein Kalenderdenken, kein Rezept zum Kaufen. Keine Bezugsquellen, keine Marken-Rankings. Du nutzt, was du legal bereits einsetzt, und steuerst die Stärke.

Was EC dir sagt — und was nicht

Millisiemens pro Zentimeter (mS/cm) oder µS/cm sind dieselbe Geschichte in anderer Kommasetzung. 1,2 mS/cm = 1200 µS/cm. Manche Geräte zeigen ppm; ohne zu wissen, ob das Gerät den Faktor 500 oder 700 verwendet, sind ppm-Vergleiche aus Foren Müll. Bleib bei EC, dann bleiben Zahlen vergleichbar.

EC sagt nicht, ob das Verhältnis N:P:K sinnvoll ist. Eine Lösung kann den „richtigen“ EC haben und trotzdem zu viel Stickstoff in der späten Blüte oder zu wenig Calcium unter LED. EC ist die Lautstärke, nicht das Stück. Trotzdem ist Lautstärke das, woran die meisten Anfänger zuerst scheitern: zu laut, zu früh.

pH entscheidet, ob die Ionen überhaupt ankommen. In Erde liegt der praktische Korridor oft um 6,0–6,5, in Coco und Hydro eher saurer. Wer pH ignoriert und nur EC hochzieht, düngt an der Pflanze vorbei und liest das als „Mangel“, also noch mehr Flasche. Das ist der teuerste Zirkel im Homegrow.

Leitungswasser ist schon eine Düngung

Deutsches Leitungswasser liegt oft bei einem spürbaren Grund-EC durch Calcium und Magnesium. 0,3–0,6 mS/cm vor dem ersten Düngertropfen ist nicht ungewöhnlich, regional auch mehr. Wenn ein Feedchart „EC 1,2“ sagt, meint es meist die fertige Lösung, manchmal nur den Düngeranteil. Das musst du am Gerät klären: erst Wasser messen, dann Dünger, dann pH, dann nochmal EC.

Hartes Wasser plus Cal-Mag plus Basisdünger ist ein Klassiker für lockere Blattränder und später lockere Nerven. Unter LED, die oft mehr Ca/Mg verlangen als alte Lampen, ist Cal-Mag trotzdem nicht automatisch „immer dazu“. Miss. Wenn der Grund-EC schon hoch ist, ist weniger mehr.

Osmosewasser auf null und dann alles künstlich aufbauen ist eine Methode, kein Muss im Heimzelt. Sie verlangt Disziplin. Ohne Calcium in der Lösung siehst du Mangel, obwohl der EC „im Plan“ liegt. Wer Leitung nutzt, nutzt den Grund-EC als Teil der Dosis.

Medium ändert den Kalender, nicht das Gesetz

Erde puffert. Sie verzeiht eine magere Woche und speichert eine fette. Deshalb starten viele Erde-Grows später und milder als Coco-Grows. Vorgedüngte Erde plus voller Flaschenplan in Woche zwei ist die Standard-Überdüngung.

Coco speichert wenig und will regelmäßig nachgeliefert bekommen — oft bei jedem Gießgang, dafür verdünnter, mit Drain. EC im Drain erzählt dir, ob sich Salze aufbauen. Steigt der Drain-EC klar über den Gieß-EC, ist Spülen mit angepasster, schwächerer Lösung sinnvoller als „noch ein Booster“.

Hydro ohne Substratpuffer reagiert in Stunden. Hier ist der Kalender kein Poster an der Wand, sondern eine tägliche Kontrolle. GrowRoadmap fragt das System, weil dieselbe Wochenüberschrift in Erde und Hydro verschiedene Stärken meint.

PhaseEC-Idee (Orientierung)Haltung
Sehr jungniedrig, oft deutlich unter 1,0Wurzeln zuerst
Veglangsam steigenBlattmasse, nicht Salzkruste
Frühe Blüteweiter tragen, nicht springenStretch plus Blütenansatz
Mitte Blütehöher, sortenabhängignur wenn Blattbild es hergibt
Späte Blüte / Ausklangoft zurückweniger Salz, mehr Reife

Die Zahlenfenster in Foren (0,4 bis über 2,0) sind Landkarten, keine Gesetze. Sorte, Topfgröße, Gießfrequenz, PPFD und VPD verschieben das Fenster. Ein Keimling bei 1,8 mS/cm ist kein ambitionierter Grow, das ist eine Wette gegen das Wurzelwerk.

Woche für Woche — so denkst du den Kalender

Woche ist eine Planungsgröße, keine biologische Grenze. Eine Pflanze, die in Veg noch klein ist, braucht nicht den EC von „Veg Woche 4 auf dem Poster“, nur weil der Kalenderblatt-Montag das sagt. Deshalb ist ein Setup-basierter Plan ehrlicher als ein universelles PDF aus einem Shop.

Ein sauberer Rhythmus:

Starte am unteren Rand. Beobachte zwei bis drei Tage: Blattfarbe, Steifheit, Randbrand, Trockengeschwindigkeit. Dann +0,1 bis +0,2 mS/cm, nicht +0,6 weil ein Video „PK-Booster ab Tag 1 der Blüte“ gerufen hat. Booster sind Lautstärke auf einem Instrument, das schon spielt. Wenn das Blatt schon fett und dunkel ist, ist mehr Stickstoff selten die Lösung.

Gieß-EC und Drain-EC (wo Drain anfällt) notieren. Nicht in einem Roman — in einer Zeile. Das ist der Moment, an dem Leute ein Tagebuch wollen. Ein Tagebuch ohne Zielwerte bleibt aber ein Tagebuch. Der Kalender sagt die Zielspanne, das Blatt sagt, ob du sie halten darfst. GrowRoadmap liefert die Spanne; es ist kein Journal.

In der Blüte verschiebt sich der Bedarf oft in Richtung Phosphor und Kalium, aber „P und K unbegrenzt“ ist ein Geschmacks- und Qualitätskiller. Viele Probleme der Wochen 5–7 sind Klima (zu feucht, zu dicht) oder Licht (zu hart in der Mitte), die als Nährstoffnot kostümiert werden. Prüfe PPFD und VPD, bevor du die Flasche aufdrehst. Die Lichtseite zu LED und PPFD gehört dazu, sobald die LED der eigentliche Treiber ist.

Symptome, die nach Dünger schreien und oft keiner sind

Randbrand bei hohem Licht und trockenem VPD: Konzentration an den Blattspitzen durch Transpiration. Erst Klima und Dosis prüfen, nicht Cal-Mag-Stapel.

Hellgrüne neue Blätter unter starker LED bei niedrigem pH in Coco: oft Eisen/pH, nicht „zu wenig Grow-Flasche“.

Lila Stiele: kann Genetik, Temperatur oder Phosphor sein. Nachtsprung und kalte Wurzeln zuerst.

Krümelige Erde oben mit weißem Belag: Salz und/oder hartes Wasser. Oberfläche ist kein EC-Meter, aber ein Warnschild.

Welke bei nassem Topf: Wurzeln, Sauerstoff, zu niedriger VPD — Dünger macht das enger, nicht weiter.

Herstellercharts und die App

Wer ein namentlich bekanntes Schema fährt, hat oft ein Feedchart mit Millilitern. Milliliter ohne EC sind trotzdem Blindflug, weil dein Wasser nicht das Wasser aus dem Chart ist. Die ehrliche Reihenfolge: Chart als Obergrenze, EC als Realität, Blatt als Veto.

GrowRoadmap kann ein Dünger-Set im Setup mitführen. Liegt ein Hersteller-Feedchart vor, fließt es in die Planung ein, statt dass ein Modell nur den Namen rät. Das ersetzt nicht dein Messgerät. Es verhindert, dass die PDF eine Fantasie-Mischung erfindet, die über der Herstellerlogik liegt.

Der Grow-Pass schaltet die volle Wochen-PDF frei (Einzelkauf, kein Abo-Zwang). Darin stehen Licht, Klima und Nährstoffe nebeneinander. Genau diese Nachbarschaft ist der Punkt: EC ohne PPFD-Woche ist laut, PPFD ohne EC ist leer, beides ohne VPD ist Glücksspiel.

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Mini-Kalender ohne Markennamen

Sehr junge Pflanzen: oft nur Wasser im pH-Korridor, maximal sehr dünn. EC nah am Leitungswert.

Frühe Veg: Basis, nicht das volle Orchester. Stickstoff sichtbar im Grün, aber Blätter nicht unnatürlich dunkel und brüchig.

Späte Veg: tragen, nicht eskalieren, wenn in wenigen Tagen umgestellt wird. Ein Extremsprung an Tag 1 der 12/12 ist unnötig.

Umstellung: viele behalten die Veg-Stärke ein paar Tage und schwenken, statt hart auf „Bloom max“. Stretch braucht Wasser und gemäßigtes N, nicht eine Wand aus PK.

Mitte Blüte: hier darf der EC höher liegen als in Veg, wenn die Pflanze das Licht verarbeitet und die Blätter nicht brennen. Sonst halten.

Ende: zurücknehmen. Ob du „flushst“ mit fast nacktem Wasser oder nur verdünnst, hängt vom Medium und vom Geschmacksziel ab. Erde speichert länger als Hydro. Ideologiekriege ums Spülen ersetzen keine Drain-Messung.

Dieser Mini-Kalender ist absichtlich verbal. Wer Milliliter einer bestimmten Flasche sucht, sucht einen Shop. Den bauen wir bewusst nicht.

Wasser geben ist Teil der Düngung

EC 1,2 in einem durchnässten, sauerstoffarmen Topf wirkt anders als EC 1,2 in einem Topf, der zwischen den Gaben Luft zieht. Gießfrequenz, Topfgröße und Medium gehören in denselben Kopf wie die Leitfähigkeit. Coco mit 10 % Drain ist eine andere Welt als Erde, die du erst wieder anfasst, wenn der Topf leicht ist.

Temperatur der Lösung: eiskaltes Wasser im Winter ist ein Wurzelschock, warmes Wasser im Sommer kann Mikroben und Sauerstoff kippen. Der Kalender an der Wand erwähnt das selten. Dein Zelt schon.

Legal, Umfang, Abgrenzung

Nährstoffplanung gilt nur im legalen Eigenanbau durch Volljährige in Deutschland. Keine Mengen jenseits des gesetzlichen Rahmens, kein Verkauf, keine Weitergabe. GrowRoadmap ist kein Agrarbetriebsprogramm und nichts DATEV-ähnliches. Es ist ein Homegrow-Wochenplan mit PDF.

Die Startseite führt zur App. Wer lieber alles nachträglich in ein Log schreibt, findet im Blog, warum wir den Wochenplan dem Tagebuch vorziehen.

EC ist langweilig, wenn er sitzt. Genau dann wächst die Pflanze. Der Kalender existiert, damit du nicht jede Woche neu erfinden musst, was „ein bisschen mehr“ heißt.

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