Notenrechner · Gewichteten Notenschnitt selbst rechnen: die Formel

Gewichteten Notenschnitt selbst rechnen

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Ein Schnitt, bei dem jede Note gleich viel zählt, ist nur dann richtig, wenn wirklich jede Leistung gleich viel wert ist. In der Schule ist das selten der Fall: eine Klausur wiegt oft stärker als ein Test, ein Referat anders als die mündliche Mitarbeit. Deshalb rechnet man mit Gewichten statt mit einem bloßen Mittelwert.

Die Rechnung ist immer dieselbe, egal ob du Schulnoten von 1 bis 6, Abiturpunkte von 0 bis 15 oder Hochschulnoten von 1,0 bis 5,0 einsetzt. Was sich ändert, ist nur die Skala — nicht die Formel. Wer Skalen mischt, bekommt eine Zahl ohne Bedeutung.

Die Formel

Gewichteter Schnitt = Summe aller (Note × Gewicht) geteilt durch die Summe aller Gewichte.

In Worten: Jede Note wird so oft gezählt, wie sie wert ist. Eine Klausur mit Gewicht 2 geht zweimal ein, eine mündliche Note mit Gewicht 1 einmal. Danach teilst du nicht durch die Anzahl der Zeilen, sondern durch die Summe der Gewichte. Sonst ziehst du die Klausur künstlich nach unten oder oben, je nachdem, wie viele leichte Noten danebenstehen.

Prozentgewichte sind dieselbe Idee. 50 Prozent schriftlich und 50 Prozent mündlich entspricht zwei Blöcken mit gleichem Gewicht. 60 zu 40 zugunsten schriftlich entspricht den Faktoren 3 und 2, oder 0,6 und 0,4 — der Quotient bleibt gleich, solange Zähler und Nenner zusammenpassen.

Zahlenbeispiel Schule

Drei Leistungen in einem Fach, Schulnoten 1 bis 6 (kleinere Zahl ist besser):

LeistungNoteGewicht
Klausur3,02
Test2,01
mündlich1,01

Rechnung: (3,0 × 2) + (2,0 × 1) + (1,0 × 1) = 6 + 2 + 1 = 9. Summe der Gewichte: 2 + 1 + 1 = 4. Schnitt: 9 ÷ 4 = 2,25. Auf eine Stelle gerundet, wie viele Zeugnisse es ausweisen: 2,3.

Ohne Gewichtung hättest du (3 + 2 + 1) ÷ 3 = 2,0 gerechnet. Die Klausur wäre untergegangen. Genau das ist der typische Fehler vor dem Zeugnis: der Kopf sagt „zwei Einsen und eine Drei, das ist eine Zwei“, die Ordnung sagt „die Drei zählt doppelt“.

Ein zweites Paar, diesmal 50 zu 50 zwischen schriftlich und mündlich. Schriftliche Note 2,3, mündliche Note 1,7. (2,3 + 1,7) ÷ 2 = 2,0. Bei 60 zu 40 zugunsten mündlich: (2,3 × 0,4) + (1,7 × 0,6) = 0,92 + 1,02 = 1,94, gerundet 1,9. Welche der beiden Regeln gilt, steht in der Fachkonferenz oder der Schulordnung — nicht in einem allgemeinen Artikel.

Zahlenbeispiel Abiturpunkte

In der Oberstufe ist die Richtung umgekehrt: 15 Punkte sind besser als 0. Die Formel bleibt.

LeistungPunkteGewicht
Klausur 1121
Klausur 2101
Klausur 3142

(12 × 1) + (10 × 1) + (14 × 2) = 12 + 10 + 28 = 50. Gewichte: 1 + 1 + 2 = 4. Schnitt: 50 ÷ 4 = 12,5 Punkte.

12,5 Punkte sind näher an einer glatten 1- als an einer 2+. Die genaue Zuordnung Punkte zu Note findest du im Beitrag zu den drei Notensystemen. Wichtig hier: du darfst diese 12,5 nicht mit einer Schulnote 2,3 in dieselbe Summe werfen.

Zahlenbeispiel Hochschule

Im Studium ist das Gewicht oft die Zahl der ECTS-Punkte. Ein Modul mit 12 Leistungspunkten zieht den Bachelor-Schnitt stärker als eines mit 5.

ModulNoteECTS
Statistik2,36
Programmieren1,712
Wahlpflicht3,05

(2,3 × 6) + (1,7 × 12) + (3,0 × 5) = 13,8 + 20,4 + 15,0 = 49,2. ECTS-Summe: 6 + 12 + 5 = 23. Schnitt: 49,2 ÷ 23 ≈ 2,14, üblich auf eine Stelle 2,1.

Die Bachelorarbeit hat in vielen Ordnungen ein eigenes, höheres Gewicht. Dann ist sie einfach eine weitere Zeile mit größerem Faktor — dieselbe Division, kein Sonderzauber.

So rechnest du den Schnitt in neun Schritten

  1. Lege die Skala fest: Schulnoten 1 bis 6, Abiturpunkte 0 bis 15 oder Hochschulnoten 1,0 bis 5,0 — nur eine davon.
  2. Sammle alle Leistungen, die in genau diesen Abschnitt gehören: ein Fach, ein Halbjahr oder ein Semester, nicht alles durcheinander.
  3. Schreibe neben jede Note das Gewicht, das deine Ordnung vorgibt. Fehlt die Angabe, frag nach, statt zu raten.
  4. Multipliziere jede Note mit ihrem Gewicht.
  5. Addiere diese Produkte zu einer Summe.
  6. Addiere die Gewichte zu einer zweiten Summe.
  7. Teile die erste Summe durch die zweite. Das ist der gewichtete Schnitt.
  8. Runde nur so, wie es die Ordnung verlangt — oft eine Nachkommastelle, bei Punkten ganzzahlig oder mit halben Punkten.
  9. Behandle das Ergebnis als Orientierung. Die Zeugnisnote setzt die Lehrkraft oder das Prüfungsamt, nicht die Formel.

Diese Schritte gelten auf Papier, in einer Tabellenkalkulation und in einer App. Der Unterschied ist nur, wer die Multiplikation nicht vergisst.

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Was schiefgeht, wenn du durch die Anzahl teilst

Der ungewichtete Mittelwert teilt durch die Zahl der Zeilen. Jede Zeile hat dann dasselbe Stimmrecht. Sobald eine Klausur doppelt zählen soll, ist das falsch. Der Fehler wird größer, je mehr kleine Tests du einsammelst: zehn mündliche Einsen und eine Fünfer-Klausur sehen ungewichtet nach einer glatten Zwei aus und gewichtet nach etwas ganz anderem.

Ein zweiter Fehler: Gewicht 0. Eine gestrichene Note, eine noch nicht geschriebene Arbeit oder ein Fach ohne Eintrag darf nicht als Null in den Nenner. Null als Note wäre in jeder Skala eine harte Aussage. Richtig ist: Einträge ohne Gewicht bleiben außen vor. Erst wenn Gewicht und Note da sind, zählen sie.

Ein dritter Fehler: Nachkommastellen zu früh glätten. Rechne mit den Rohwerten, runde am Ende. Wer jede Zwischennote auf ganze Zahlen drückt, verschiebt den Schnitt um Zehntel — genau die Zehntel, über die später Versetzung oder Zulassung entscheiden.

Rundung, Tendenz, Ermessen

Viele Zeugnisse weisen den Fachschnitt mit einer Nachkommastelle aus. 2,25 wird 2,3, 2,24 wird 2,2, wenn kaufmännisch gerundet wird. Manche Ordnungen kennen zusätzlich eine Tendenz (plus/minus) oder einen pädagogischen Spielraum. Dann darf die ausgewiesene Note von der reinen Division abweichen. Der Rechner zeigt die Division. Die Konferenz zeigt die Note. Beides verwechseln erzeugt Streit, der sich mit einer korrekten Rechnung nicht gewinnen lässt.

In der Oberstufe zählen oft Punkte, nicht Kommanoten. Ein Schnitt von 10,4 Punkten ist nicht „ungefähr eine 2“, sondern eine eigene Größe in Block I. Umrechnen kannst du zur Orientierung; einbringen tust du Punkte.

Eine Liste, eine Skala, ein Abschnitt

Der Schnitt einer Klausurreihe ist nicht der Zeugnisschnitt. Ein Zeugnis entsteht in zwei Stufen: erst die Fachnote aus den Leistungen des Fachs, dann der Schnitt der Fächer. Wer alle Arbeiten aller Fächer in einen Topf wirft, gibt dem Fach mit den meisten Tests das größte Gewicht — unabhängig davon, ob es ein Leistungskurs ist. Wie du Abschnitte sauber trennst, steht unter Abi, Halbjahr, Semester.

Wenn die nächste Arbeit noch aussteht, ist die spannendere Frage oft nicht der aktuelle Wert, sondern die nötige Note. Die Formel lässt sich umstellen; das erklärt der Beitrag Welche Note brauche ich.

Was die App Notenrechner davon abnimmt

Notenrechner ist unsere iPhone-App für genau diese Division. Du legst eine Liste an, wählst die Skala, trägst Note und Gewicht ein — Klausur 2, Test 1, mündlich 1, oder ECTS statt Gewicht. Der Schnitt aktualisiert sich live. Mehrere Listen halten Mathe, Deutsch, das Sommersemester und das Abi-Halbjahr auseinander. Daten bleiben auf dem Gerät.

Die App ersetzt nicht die Schulordnung. Sie verhindert den Rechenfehler, der entsteht, wenn man im Kopf durch drei teilt, obwohl die Klausur doppelt zählt. Wie du das Gewicht setzt, wenn die Arbeit wirklich zweifach eingeht, steht in Klausur doppelt zählen. Weitere Kurzmeldungen liegen in der FAQ zu Schnitt, Gewichtung und Punkten.

Kostenlos im App Store, Werbung — falls sichtbar — einmalig entfernbar. Der berechnete Wert bleibt eine Orientierung, kein Anspruch auf eine Zeugnisnote.

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